Mit dem Rücken an der Wand: Informationsplakate aus dem Ersten Weltkrieg

Informationsplakate waren zur Zeit des Ersten Weltkriegs ausgezeichnete Kommunikationsmittel. Zu dem Zeitpunkt, an dem die verfeindeten Deutschen in das Land einfielen, wurde die Arbeit der Presse nämlich sofort stark eingeschränkt. Die Kommunikation mit der Bevölkerung verlief von diesem Zeitpunkt bis zur Befreiung der Stadt vier Jahre später hauptsächlich über derartige Plakate. Diese Wandzeitungen wurden dazu genutzt, um die Bevölkerung über den Verlauf des Krieges und die Konsequenzen dieses Flächenbrandes für Mensch und Tier zu informieren. Sie skizzierten deutlich das Alltagsleben in der Stadt und zeichneten ein gutes Bild von dem Verhalten, das die Besatzer von der Bevölkerung erwarteten. Auch Hinrichtungen wurden nach ihrer Vollstreckung in Form öffentlicher Anschläge bekanntgegeben.

 Die Plakate bildeten hierdurch eine äußerst wichtige Quelle für die Geschichte des täglichen Lebens in Flandern während des Ersten Weltkriegs. Im Zuge des Gedenkens an den Ersten Weltkrieg und  des steigenden Interesses für die sozialen Aspekte des Konflikts enthalten diese Plakate einen Informationsschatz sowohl für professionelle als auch nicht-professionelle Forscher. Es sind auserlesene didaktische Instrumente für den Unterricht und können als Telezeitmaschine dienen,  damit die Interessierten das Leben in der Kriegszeit besser verstehen können.

 Ungeachtet des enormen Wertes der Informationsplakate wurden diese allerdings bisher kaum sichtbar gemacht und zudem unter Bedingungen aufbewahrt, die alles andere als optimal sind, ganz abgesehen von der Tatsache, dass diese Plakate auf minderwertigem Papier gedruckt wurden und viele dieser Dokumente bereits beschädigt und verschmutzt waren, bevor sie im Archiv eintrafen. Um dieser Problematik begegnen zu können, hat das Genter Stadtarchiv das Kulturerbeprojekt 'Informationsplakate: Spiegel des Alltagslebens im Ersten Weltkrieg' ins Leben gerufen. Dieses Projekt, das von der Regionalregierung Flanderns subventioniert wird, verfolgt das Ziel der Inventarisierung, Restaurierung, Digitalisierung, nachhaltigen Aufbewahrung und Erschließung der Informationsplakate des Ersten Weltkriegs für eine möglichst große Öffentlichkeit. Um dies realisieren zu können, kooperiert das Genter Stadtarchiv mit Erfgoedcel CO7, FARO, dem In Flanders Fields Museum, Packed vzw, dem Provinzarchiv Westflandern, dem Stadtarchiv Aalst, dem Stadtarchiv Lier, der Universitätsbibliothek Gent und VIAA. 

Blättern durch die Informationsplakate verschiedener Dörfer, Gemeinden und Städte:

Kollection In Flanders Fields Museum
Kollection Stadsarchief Gent
Kollection Stadsarchief Aalst
Kollection stadsarchief Antwerpen
Kollection Bibliotheek Brugge
Kollection Provinciearchief West-Vlaanderen
Kollection Provinciebibliotheek West-Vlaanderen (Tolhuis)
Kollection gemeente Evergem 

 Kontakt: Dr. Tim De Doncker

Mit dem Rücken an der Wand: Informationsplakate aus dem Ersten Weltkrieg